Kreislehrfahrt 2011 - Frankenwein neben der Toskana



Für die Lehrfahrt 2011 des Kreisverbandes (weitere Fotos) am 02.07. waren von Hubert Adam wieder eine Reihe von interessanten und lehrreichen Zielen ausgewählt worden. So startete am Landratsamt Bayreuth wieder ein Bus mit interessierten Vorstandsmitgliedern aus den Vereinen.

Zunächst führte die Fahrt in Richtung Wiesentheid, wo die fränkische Toskana, ein Pflanzenmarkt mit einem „etwas anderem Sortiment“ auf die Teilnehmer wartete. Der Betreiber des Marktes hat sich auf mediterrane Pflanzen spezialisiert, von denen er ein umfassendes Sortiment in allen Größen anbietet. Die meist sehr gepflegten Gewächse stießen auf großes Interesse, doch war zu bedenken, dass man für diese Pflanzen auch eine Möglichkeit besitzen muss, sie frostfrei zu überwintern.

Anschließend brachte der Bus die Teilnehmer nach Schwebheim, eine Gemeinde mit ca. 4.000 Einwohnern in der Nähe von Schweinfurt. Hier werden auf rund 100 ha Arznei- und Gewürzpflanzen angebaut. Bürgermeister Fischer hatte sich die Zeit genommen, den Mitgliedern des Kreisverbandes Felder zu zeigen und zu erläutern, auf denen die Pflanzen wachsen. Optisch wirkungsvoll war ein Feld mit blühender roter Echinacea (roter Sonnenhut; Abwehrkräfte), doch auch über den feldmäßigen Anbau der Brennnessel (jung hoher Nitratgehalt), des Löwenzahns, der Kapuzinerkresse, des Thymians und vieler anderer Arten erfuhren die Teilnehmer Interessantes. Abgerundet wurde die Führung über die Felder durch einen Rundgang im Garten des Bürgermeisters, in dem viele Kräuterarten wachsen, die auf den Feldern aus Zeitgründen nicht betrachtet werden konnten.

Zum Abschluss des Aufenthalts in Schwebheim gab Fischer noch einen Überblick über die Dorferneuerung im Ort. Interessant war zu erfahren, mit welchen Auflagen in Bebauungsplänen die Gemeinde darauf hin wirkt, dass sich eine Begrünung im Ortsbild einstellt (z.B. 40 cm unbefestigter Grund zwischen Grundstückgrenze und öffentl. Fläche).

Nach dem Mittagessen mit der Möglichkeit einen Frankenwein dazu zu trinken war der Obstanbauer Weiki-Hof in Zell (am Ebersberg) an der Reihe. Hier werden Minikiwis der Sorte Weiki angebaut, die zweihäusig sind – es ist also zu weiblichen Pflanzen auch eine männliche Pflanze zur Befruchtung erforderlich. Die Minikiwis werden neben Himbeeren und Kulturheidelbeeren überwiegend für die Frischverwertung angebaut. Weil auch Obstkulturen zum Hof gehören, wurden auch Äpfel und Birnen auf schwach wachsenden Unterlagen (z.B. M9) gezeigt, wo sich dann eine lebhafte Diskussion entspann. Interessant war es auch zu sehen, dass der Betreiber sich dafür entschieden hat, Williams Birnen, die an einem Fruchtspieß hängen in Flaschen hinein wachsen zu lassen und damit diese Methode einem geklebten Glasboden vorzieht. Auch süß-sauer eingelegten Spargel aus Gläsern konnten die Besucher verkosten.

Bei der letzten Station des Tages ließen sich die Teilnehmer im nahen Ziegelanger die Veränderungen durch die schon einige Jahre zurück liegende Dorferneuerung erklären. Nach einem Rundgang durch den Ortskern gab es beim Abendessen mit oder ohne Frankenwein die Möglichkeit sich über das Gesehene auszutauschen und den Tag ausklingen zu lassen.